Stephanie Freide

Stephanie Freide, M.A.

Kontakt: stephanie.freide [at] zsb.uni-halle.de

Forschungsschwerpunkt: Zur Logik des Anbietens im Digitalen – Eine ethnographisch angelegte Diskursanalyse der Regierung von Digitalisierung an der Volkshochschule

Download Poster

Abstract

Bisher war das Anbieten von Angeboten (in) der Erwachsenen- und Weiterbildung dezentral organisiert: Anbieter positionierten sich lokal, planten für eine bestimmte Region und adressierten Teilnahmen vor Ort. Die Digitalisierung erweitert die diesbezüglichen Bedingungen um ein überregional verknüpftes Netz vielfältiger Akteure und fordert die bisherige Logik des Anbietens im Hinblick auf Adressierungsweisen sowie Positionierungen der Anbieter heraus. Im diesbezüglichen Spiel um Erhalt und Veränderung des etablierten Feldes der Erwachsenen- und Weiterbildung markiert die Etablierung von Plattformen von und für Institutionen, die Bildung für Erwachsene anbieten, einen spezifischen Einsatz. Durch sie zentralisiert sich das Anbieten um bestimmte Akteure, was wiederum in spezifischer Weise ordnungsbildend auf das Feld und seine Logik wirkt.

Vor diesem Hintergrund befragt die Promotion die Konstitution des Anbietens von Erwachsenen- und Weiterbildung im Digitalen und untersucht damit zusammenhängende Regierungsweisen von und auf Institutionen. Die Volkshochschule gerät hierbei als ein traditionsreicher Akteur in den Blick, der sich über eine gemeinsame Geschichte formiert und sich mit dem vhs-Kursfinder auf spezifische Weise in das umschriebene Spiel des Feldes einsetzt. Als ethnographisch angelegte poststrukturalistisch-praxeologischen Diskursanalyse verschränkt die Promotion verschiedene Analyseebenen des Anbietens im Digitalen, die sich von der Digitalisierung von Angeboten über die Digitalisierung angebotener Kurse bis hin zur Digitalisierung als Thema von Angeboten spannt. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Digitalisierung die bisherige Logik des Anbietens weniger ersetzt als vielmehr iteriert, indem sie in die dem Feld eigene Logik übersetzt wird. Die Corona-Pandemie wird als diesbezüglicher Katalysator betrachtet.

Kurzvita

  • seit August 2020 Promotionsstipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung im Promotionskolleg: »Vermittlung und Übersetzung im Wandel. Relationale Praktiken der Differenzbearbeitung angesichts neuer Grenzen der Teilhabe an Wissen und Arbeit« an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
  • 2017 – 2021: wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung im Projekt „Funktionen und Bildungsziele der Digitalisierung in der Kulturellen Bildung“
  • 2017: Volontariat beim henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag
  • 2015 – 2016: wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung der Leibniz Universität Hannover
  • 2014 – 2017: wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaften, Abteilung Erwachsenenbildung/Weiterbildung der Humboldt-Universität zu Berlin
  • 2011 – 2014: studentische Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaften, Abteilung Erwachsenenbildung/Weiterbildung der Humboldt-Universität zu Berlin
  • 2011 – 2014: Masterstudium: Erziehungswissenschaften, Profilbereich: Erwachsenenbildung/Weiterbildung an der Humboldt-Universität zu Berlin
  • 2007 – 2011: Bachelorstudium: Erziehungswissenschaften und Germanistischen Linguistik an der Humboldt-Universität zu Berlin

Publikationen

Schmidt, M.; Ebner von Eschenbach, M. & Freide, S. (2022). ›Sie müssen die Welt auf eine neue Weise betrachten!‹ Tenet als Anlass zur Reflexion über die Zeitlichkeit des Pädagogischen. In C. Bünger, A. Czejkowska, I. Lohmann & G. Steffens (Hrsg.). Zukunft – Stand Jetzt. Jahrbuch für Pädagogik 2021. Berlin u. a.: Lang.

Freide, S. (2022). Das Digitale in der kulturellen Erwachsenenbildung – Entwurf einer poststrukturalistisch-praxeologischen Analyse von Volkshochschulprogrammen. In J. Stiller, C. Laschke & L. Goecke (Hrsg.), Berlin-Brandenburger Beiträge zur Bildungsforschung 2022. Herausforderungen, Befunde und Perspektiven interdisziplinärer Bildungsforschung (S. 79-95). Berlin: Peter Lang. Verfügbar unter: https://www.peterlang.com/document/1160704

Freide, S., Kühn, C., Preuß, J. & Rieckhoff, M. (2021). Erwachsenenbildung/Weiterbildung als kulturformende Transformationsinstanz – Perspektiven für die Erforschung von Digitalisierung in Programmen und der Programmplanung. In C. Bernhard-Skala, R. Bolten, J. Koller, M. Rohs & J. Wahl (Hrsg.). Perspektiven erwachsenenpädagogischer Digitalisierungsforschung. (S.133-148). Bielefeld.

Freide, S. (2021). Programmplanung als pädagogische Praktik. Überlegungen zu einer praxeologischen Deutung planenden Handelns. In Der Pädagogische Blick, 4/2020, 228-237.

Freide, S. (2021). Rezension zu: Bernhard-Skala, C., Bolten, R., Koller, J., Rohs, M. & Wahl, J. (Hrsg.). Erwachsenenpädagogische Digitalisierungsforschung. Impulse – Befunde – Perspektiven. Bielefeld: wbv. In Weiterbildung. Zeitschrift für Grundlagen, Praxis und Trends, 3/2021, 42-43.

Freide, S. (2021). Rezension zu: Haberzeth, E., & Sgier, I. (2019). Digitalisierung und Lernen. Gestaltungsperspektiven für das professionelle Handeln in der Erwachsenenbildung und Weiterbildung. Bern: hep Verlag. In Weiterbildung. Zeitschrift für Grundlagen, Praxis und Trends, 3/2021, 43.

Freide, S. et al. (2020). In M. Fleige, J. Gassner & M. Schams (Hrsg.), Kulturelle Erwachsenenbildung. Bedeutung, Planung und Umsetzung (Perspektive Praxis, S. 20-23, 31-36, 37-39, 76-80). Bielefeld: wbv Media

Freide, S., Burdukova, G. & Fleige, M. (2020). Längsschnittliche archivgestützte Programmanalysen: Rekonstruktionen von Themenstrukturen und Diskursen in Volkshochschulprogrammheften. In B. Käpplinger, G. Molzberger, O. Dörner & J. Dinkelaker (Hrsg.), Vergangene Zukünfte – Neue Vergangenheiten. (Schriftenreihe der Sektion Erwachsenenbildung der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft) (S. 81-91). Leverkusen: Barbara Budrich.

Freide, S. & Jung, T. (2020). Wenn Zukunft zu optimierter Gegenwart verkommt. Eugen Ruges Roman „Follower“ zwischen Dystopie und postdigitaler Utopie. In Berliner Debatte Initial, 31/1, 6-17

Freide, S. (2020). Rezension zu: Nicole Hoffmann (2019). Dokumentenanalyse in der Bildungs- und Sozialforschung. In Pädagogischer Blick. 27/3, S. 191-192.

Robak, S., Fleige, M., Kühn, C., Freide, S. & Preuß, J. (2020). Kulturelle Erwachsenenbildung im Zeichen digitaler Transformation: theoretische Perspektiven und forschungsleitende Zugänge. In O. Dörner, C. Iller, I. Schüßler, H. v. Felden & S. Lerch (Hrsg.), Erwachsenenbildung und Lernen in Zeiten von Globalisierung, Transformation und Entgrenzung (S. 273–284). Opladen: Verlag Barbara Budrich.

Robak, S., Fleige, M., Kühn, C., Freide, S. & Preuß, J. (2020). Kulturelle Erwachsenenbildung im Zeichen digitaler Transformation: theoretische Perspektiven und forschungsleitende Zugänge. Kulturelle Bildung Online (Zweitveröffentlichung).

Helmig, M. & Freide, S. (2019). Volkshochschulprogramme als Archivgut: Zugänge und Nachnutzungsmöglichkeiten aus Forschungs- und infrastruktureller Perspektive. Spurensuche, 28, 90–99.

Robak, S., Fleige, M., Freide, S., Kühn, C. & Preuß, J. (2019). FuBi_DiKuBi: zur Forschung und theoretischen Grundlegung der Digitalisierung in der Kulturellen Erwachsenenbildung. In B. Jörissen, S. Kröner & L. Unterberg (Hrsg.), Forschung zur Digitalisierung in der Kulturellen Bildung (Kulturelle Bildung und Digitalität, Bd. 1, S. 79–92). München: kopaed.

Robak, S., Fleige, M., Freide, S., Kühn, C. & Preuß, J. (2019). Das Projekt „FuBi_DiKuBi“. Magazin VHS Landesverband Rheinland-Pfalz, 2019, 20–22.

Robak, S., Gieseke, W., Fleige, M., Kühn, C., Freide, S., Heidemann, L. (2019). Weiterbildung für Tätige in Kunst und Kultur: Konzeption und Erträge von Programm(planungs)forschung in Perspektivverschränkung. Hessische Blätter für Volksbildung, 69, 122–132.

Gieseke, W., Hippel, A. von, Stimm, M., Georgieva, I. & Freide, S. (2018). Programmarchive und -sammlungen der Erwachsenenbildung/Weiterbildung: Grundlage für die Forschung zum Lebenslangen Lernen. In R. Tippelt & A. von Hippel (Hrsg.), Handbuch Erwachsenenbildung/Weiterbildung. (6., überarb. und aktualisierte Aufl., Bd. 1, S. 451–474). Wiesbaden: Springer VS.

Hippel, A. von & Freide, S. (2018). Erwachsenenbildung und Medien. In R. Tippelt & A. von Hippel (Hrsg.), Handbuch Erwachsenenbildung/Weiterbildung (6., überarb. und aktualisierte Aufl., Bd. 2, S. 973–999). Wiesbaden: Springer VS.

Freide, S. (2016): Konstrukte und Modelle für die Beratung und Konsequenzen. In W. Gieseke & D. Nittel (Hrsg.), Handbuch Pädagogische Beratung über die Lebensspanne (S. 446–456). Weinheim: Beltz Juventa.

Stimm, M. & Freide, S. (2016). In W. Gieseke & M. Stimm, Praktiken der professionellen Bildungsberatung – Innensichten auf die Entscheidungsfindung im Beratungsprozess (S. 72-90, 184–202, 218–232). Wiesbaden: Springer VS.

Freide, S. (2014). Der Kompetenzbegriff in der Erwachsenenbildung/Weiterbildung. Inhaltsanalytische Betrachtung einer Gruppendiskussion hinsichtlich eines möglichen Zertifizierungssystems zur Anerkennung von Kompetenzen für Lehrende in der Erwachsenenbildung/Weiterbildung Masterarbeit im Studiengang „Erziehungswissenschaften“, Profilbereich III: Erwachsenenbildung/Weiterbildung. Berlin: Humboldt-Univ. Erwachsenenpädagogischer Report (Bd. 49).